Statement von Pfr. Gerner vom 16.10.2022 in Oberharmersbach
19.10.2022 |
Persönliche Erklärung in »Sachen Aufarbeitung Missbrauch«
Anmerkung: Hier der Link:
Im Anschluss an den Festgottesdienst zum Patrozinium von St. Gallus in Oberharmersbach sprach Pfr. Gerner einige persönliche Worte zum aktuellen Thema "Aufarbeitung Missbrauch" und "Veröffentlichung Erzbischof em. Zollitsch". Das Statement von Pfr. Gerner stellen wir gerne interessierten Lesern zur Verfügung:
Liebe Gemeinde,
es ist mir persönlich ausgesprochen wichtig, dass Sie als Gemeinde wissen, wo ihr Pfarrer steht in „Sachen Aufarbeitung Missbrauch“. Daher möchte ich an dieser Stelle ein paar Sätze zu diesem Thema sagen, da ja in der überregionalen Presse und in Radio und Fernsehen wieder einiges berichtet wurde.
Ende Oktober diesen Jahren sollte der von der Erzdiözese in Auftrag gegebene „Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Aktenanalyse“ vorliegen und veröffentlicht werden. Dieser Abschlussbericht ist fertig. Allerdings müssen jetzt noch rechtliche Dinge: geklärt werden: Datenschutz, wahren von persönlichen Rechten und andere rechtliche Dinge. Die erneute Verschiebung der Veröffentlichung auf April 2023 ist daher ärgerlich, wie auch besonders schmerzlich für Betroffene und deren Familien. Umso verwunderlich war, dass am 6. Oktober Erzbischof em. Robert Zollitsch sein Schweigen bricht, Versagen eingesteht und eine Entschuldigung veröffentlicht auf einer eigenen Homepage, ohne dass das Erzbistum Kenntnis davon hatte. Diese Entschuldigung machte in Windeseile die Runde und wurde ganz unterschiedlich bewertet. Auch unsere Bistumszeitung, das Konradsblatt, berichtet in seiner aktuellen Ausgabe auf zwei Seiten darüber.
Ich möchte diese Entschuldigung Zollitschs heute nicht kommentieren. Das hat nichts damit zu tun, dass mir der Mut dazu fehlt, das gewiss nicht. Da bin ich sehr unerschrocken. Mir ist eine persönliche Einordnung nicht möglich, da mir der Abschlussbericht der AG Aktenanalyse fehlt. Erst nach dessen Veröffentlichung kann für mich und den Pfarrgemeinderat eine Einordnung dieser Entschuldigung Zollitschs erfolgen.
Der PGR-Vorstand fühlt sich allerdings verpflichtet, kommende Woche die Entschuldigung Zollitschs auf unserer Homepage der Seelsorgeeinheit und dem Amtsblatt zu veröffentlichen, damit sich jede und jeder sich sein eigenes Bild machen kann.
Anmerkung: Hier der Link:
Grundsätzlich sind wir hier in Oberharmersbach dran weiter den Missbrauch aufzuarbeiten, der sich rund um die Frage dreht: weiterer Umgang mit dem Pfarrhaus Mit der so genannten Steuerungsgruppe die diesen Prozess verantwortet sind wir auf einem sehr, sehr guten und konstruktiven Weg. Mit ausgesprochen viel Wertschätzung wird sich begegnet und nach Lösungen gesucht.
Herr Karl-August Lehmann hat da ja dazu auch in der Schwarzwälder Post am 23.09. einen Bericht veröffentlicht, der mit den Worten endet: „Aber der Arbeitstag habe gezeigt, dass vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sei.“
Wir sind hier vor Ort miteinander dran - Betroffene, Angehörige und Kirchengemeinde - weitere Schritte in Sachen Aufarbeitung transparent und im Miteinander zu gehen. Dafür bin ich ausgesprochen dankbar.
Das Thema ist also definitiv noch nicht abgeschlossen!!! Die weitere Aufarbeitung braucht Zeit. Es liegt gewiss ein mühsamer Weg vor uns, aber die Steuerungsgruppe und auch ich sind bereit diesen zu gehen.
Persönlich möchte ich aus tiefem Herzen danken, dass man mir mittlerweile zutraut, dass ich an einer weiteren Aufarbeitung interessiert bin, mein Engagement diesbzgl. positiv gesehen wird und ich nicht als Handlanger von Freiburg angesehen werde. Das macht mir Mut den beschrittenen Weg weiter mit Betroffenen und deren Angehörigen und den kirchlichen Gremien zu gehen.
So viel heute zu diesem Thema.
Pfarrer Bonaventura Gerner am 16.10.2022 in St. Gallus, Oberharmersbach
Hilfe für Betroffene von sexueller Gewalt
Der Erzdiözese Freiburg ist es ein zentrales Anliegen, sexualisierte Gewalt aufzuarbeiten, weitere Übergriffe zu verhindern und in diesem Zusammenhang Hilfe zu leisten.
Aktuelle Informationen und Hilfsangebote finden Sie hier: www.ebfr.de/gegenmissbrauch.
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